1 Jahr Haft für versuchten Raub eines 15-Millionen-Lotto-Jackpots

Thema: Pressespiegel
von RA Rainer Pohlen 21.03.07 um 8:13

Über “Deutschlands dümmsten Lotto-Räuber” berichtet bild.de und meint damit den 65-jährigen Siegfried S., der im letzten Sommer in Grünhainichen/Sachsen eine Drogerie mit Lotto-Annahmestelle überfiel und den Jackpot von 15 Millionen Euro herausverlangte. Spontan will der Mann auf die Idee gekommen sein, sich den Jackpot anzueignen, als er vor der Drogerie eine Werbetafel mit dem Hinweis auf die 15 Millionen sah. Mit einer umgedrehten Pfeife in der Hand, deren Mundstück wie der Lauf einer Pistole aussehen sollte, betrat er das Geschäft und forderte von der 53-jährigen Inhaberin die 15 Millionen heraus. Als diese stammelte, sie habe das Geld nicht, und hierbei am ganzen Körper zitterte, habe er Mitleid bekommen und das Ladenlokal verlassen, ließ sich der Mann vor dem Gericht in Chemnitz ein. Das wiederum verurteilte ihn gestern laut bild.de zu einem Jahr Haft.

Stellt sich die Frage, wieso eigentlich kein strafbefreiender Rücktritt vom (untauglichen) Versuch der räuberischen Erpressung angenommen wurde. Vielleicht, weil der Mann die Aussichtslosigkeit seines Tuns eingesehen hatte, als er sich zum Abbruch des Überfalls entschied?

Der Fall erinnert mich einen vor einiger Zeit auf Mallorca statgefundenen Banküberfall. Der Täter hatte eine Bankangestellte unter Waffenvorhalt gezwungen, ihm einen größeren Geldbetrag auf sein Girokonto zu überweisen und war dann nachhause gegangen. Dort wartete dann die Polizei.

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