Trotz Bedenken von Datenschützern: Polizei fahndet über Facebook nach Straftätern

Nach einjährigem Probeeinsatz will die Polizei Niedersachsen zukünftig verstärkt über das soziale Netzwerk Facebook auf die Jagd nach Straftätern gehen. Laut stern.de hat der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann zur Begründung unter anderem darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr über Facebook 8 Fahndungserfolge erzielt worden seien. In einem Fall habe es sich um ein Sexualverbrechen gehandelt, in einem anderen Fall um ein vermisstes Kind. “Eine modern aufgestellte und für die Zukunft ausgerichtete Polizei kann und darf sich den sozialen Netzwerken nicht entziehen”, wird der CDU-Mann zitiert. Bedenken von Datenschützern  will man dadurch Rechnung tragen, dass die konkreten Fahndungsaufrufe künftig nicht mehr auf den in den USA stationierten Facebook-Rechnern gespeichert werden. Stattdessen sollen interessierte Facebook-Nutzer auf Polizeiserver geleitet werden. Damit entfalle der zentrale Vorwurf, dass Fahndungsaufrufe als hoheitliche Aufgabe nicht auf Rechnern anderer Staaten gespeichert werden dürfen. Die Polizeidirektionen und Inspektionen würden demnächst eigene Facebook-Auftritte gestalten; konkrete Fahndungsaufrufe sollen  vom niedersächsischen Landeskriminalamt (LKA) betreut und ins Netz gestellt werden.

Laut Schünemann hat der Facebook-Auftritt der Polizeidirektion Hannover  inzwischen annähernd 100.000 Fans. 69 Prozent der Nutzer seien zwischen 18 und 34 Jahren alt. Diese Gruppe sei durch die klassische Fahndung über Tageszeitungen kaum noch zu erreichen. Der CDU-Politiker geht  nach dem Bericht davon aus, dass die Innenministerkonferenz bei der Facebook-Fahndung dem niedersächsischen Vorbild folgen und dass die Polizei zukünftig bundesweit über Facebook nach Straftätern fahnden wird.


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