Stadt der Diebe

 

Als Anwalt hat man jeden Tag mit zahllosen Menschen zu tun. Dazu klingelt ständig das Telefon und abends schwirrt einem oft der Kopf vor lauter Informationen. Wie schön ist da ein Samstagabend mit absoluter Ruhe und einem guten Buch. “Stadt der Diebe” von dem amerikanischen Autor David Benioff ist ein solch gutes Buch, das ich hiermit empfehle! Ich habe es gestern in einer Nacht verschlungen. Um nichts wesentliches zu verraten – nur so viel: Es geht um den 17-jährigen Juden Lew und den 22-jährigen Rotarmisten  und Literaturstudenten Kolja, die sich Anfang 1942 im Leningrader Kresty-Gefängnis kennenlernen und am nächsten Tag – Lew wegen Plünderei, Kolja wegen Desertation – hingerichtet werden sollen. Piter, wie die Einheimischen das alte Sankt Petersburg nennen, wird von den deutschen Invasionstruppen belagert. In der Stadt verhungern die Menschen und Kannibalen treiben ihr Unwesen, um zu überleben. Da bietet Ihnen ein Oberst des russischen Geheimdienstes NKWD eine Chance zur Rehabilitation. Die beiden sollen in wenigen Tagen 12 Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter besorgen, ein nahezu unmögliches Unterfangen. Mit großer Spannung und Einfühlungsvermögen schildert David Benioff die Leningrader Belagerung und spinnt dabei eine Geschichte von großer Freundschaft und Solidarität trotz größter Not. Als Material für diesen Roman lagen Harrison Salisburys Meisterwerk “The 900 Days” und Curzio Malapartes Buch “Kaputt” zugrunde. Ich glaub, die Bücher besorg ich mir auch noch.


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