Kochen als Straftat: Wenn die Polizei Salz mit Kokain verwechselt

Paella-Pfanne (Paellera), Foto: Marcela

Jurastudenten lernen spätestens im 3. Semester Einiges über die strafrechtliche Irrtumslehre. “Error in persona”, “error in objecto”, “Tatbestandsirrtum”, “umgekehrter Tatbestandsirrtum”, “Verbotsirrtum”, “Subsumtionsirrtum” …. mir schwirren da noch einige Begrifflichkeiten durch den Kopf. Zumeist geht es da um Irrtümer, denen die Beteiligten an einer Straftat unterliegen. Nun wissen wir, dass Irren allgemein menschlisch ist, nicht nur im Zusammenhang mit Straftaten. Und manchmal führen Irrtümer auch dazu, Straftaten anzunehmen, wo gar keine sind. So geschehen vor kurzem in Palma de Mallorca, wo die Polizei nach einem Bericht der Mallorcazeitung einen Barbesitzer festgenommen und 10 Stunden festgehalten hat, weil sie beobachtet hatte, wie er Salz aus einem Päckchen in einer Pfanne verstreute, um eine Paella zuzubereiten. Aus unerfindlichen Gründen waren die Fahnder zu der Überzeugung gelangt, dass es sich bei dem Salz um Kokain handeln müsse. Der Mann wurde nach eigenen Angaben von den Polizisten zu Boden gestoßen und in Handschellen gelegt. Das vermeintliche Kokain wurde – ebenso wie der Beschuldigte – mitgenommen und analysiert. Dann stellte sich nach etlichen Stunden heraus, dass er sich tatsächlich um Kochsalz handelte. Ich kann nur mutmaßen, dass der Barbesitzer das von Anfang an gesagt hat. Vielleicht hätte ja ein sogenannter Sinnenbefund (sehen, schmecken, riechen) an Ort und Stelle für eine schnelle Aufklärung sorgen können.

So hat´s halt eine Zeit lang gedauert und der Mann hat jetzt zur Wahrnehmung seiner Rechte einen Anwalt eingeschaltet.  Er hatte seinen Angaben zufolge die große Paella-Pfanne erstmals benutzt, weil er seiner Tochter vor deren geplanter Ausreise in die dominikanische Republik mit dem Gericht eine Freude bereiten wollte. Das ist wohl gründlich daneben gegangen.


2 Kommentare zu “Kochen als Straftat: Wenn die Polizei Salz mit Kokain verwechselt

    • Vielleicht hat da ja jemand eine sehr spezielle Vorstellung vom Basen von Koks gehabt. Die Paellera als übergroßer Esslöffel oder so ähnlich. Allerdings benötigt man dann auch einiges Ammoniak, und das riecht ziemlich übel und würde in einer Bar wohl zu einem gewissen Aufsehen führen. Eventuell dachten die Polizisten in ihrem Übereifer einfach, dass er nichts gibt, was es nicht gibt, wer weiß das schon?

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