Religionsfreiheit und Kindeswohl

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Ist Hans Michael Heinig der Ghostwriter von Herrn Seibert? Im Verfassungsblog schreibt der Autor wie in einem Dictum, aber er argumentiert nicht und schon gar nicht etwa verfassungsrechtlich oder strafrechtsdogmatisch, was ja in Ordnung ist. Ganz anders ist da der schon etwas ältere Artikel Religionsfreiheit und Kindeswohl. Wann ist die Körperverletzung durch Zirkumzision gerechtfertigt?“ von Prof. Rolf Dietrich Herzberg, der sich insoweit Mühe gemacht hat. Sein Artikel trägt jedenfalls zu einer inhaltsvollen Diskussion bei. Im letzten Absatz heißt es zusammenfassend:

“Nichts gegen die Beschneidung! Nur verlangt das geltende Recht, dass man sie beim Kind auf die Fälle – wirklicher und nicht nur vorgeschützter – medizinischer Notwendigkeit beschränkt und sie im Übrigen der eigenverantwortlichen Entscheidung dessen überlässt, der sie erleiden würde. Diese Rechtslage und die Strafbarkeit der davon nicht gedeckten Zirkumzisionen muss jeder Jurist erkennen, der sich sein Urteil unvoreingenommen bildet und es keinem Interesse, auch keinem Streitvermeidungsinteresse, erlaubt, seine Erkenntnis zu leiten. Die „Sorge um den religiösen Frieden“, die Putzke seinen Meinungsgegnern zubilligt,  ist eine gute Sache. Aber sie darf die rationale Beurteilung der Rechtslage nicht verfälschen und nicht bewirken, dass die Verstümmelung von Kindern toleriert wird, nur weil sie religiöse Tradition ist.”

Und weil hier immer noch das Gerücht umgeht, das kleine Stückchen Haut, sei doch kaum der Rede wert, noch ein Artikel zur medizinischen Seite der Beschneidung von kleinen Jungen. http://www.pflegewiki.de/wiki/Zirkumzision. Vielleicht sollte der eine oder andere Befürworter sich einmal einem Selbstversuch unterziehen. Fände ich gut!

 


4 Kommentare zu “Religionsfreiheit und Kindeswohl

  1. Vor einem Selbstversuch möchte ich dringend warnen. Ich habe den Eingriff als junger Mann aus medizinischen Gründen machen lassen. Nach dem Abklingen der Lokalanästhesie schmerzte es ziemlich. Das hat nichts mit Komik zu tun, wie Frau Merkel meint, schon garnicht, wenn bei der Beschneidung auf eine Anästhesie verzichtet wird, wie es teilweise vorkommt.

    Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie weist in ihren Leitlinien “Phimose” darauf hin, dass die Beschneidung mit einer signifikaten Komplikationsrate behaftet ist. Aber die Ärzte sind wohl zu ängstlich oder haben keine Ahnung.

    Leider finde ich einen Artikel aus der New York Times vom Frühjahr dieses Jahres nicht mehr. Seinerzeit war in New York ein Säugling nach der Beschneidung im Rahmen der religiösen Zeremonie “Brit Mila” verstorben. Der Mohel (Beschneider)hatte nach der Eingriff das Blut mit dem Mund abgesaugt und das Baby mit Herpes infiziert. Die Infektion führte zum Tode. Jetzt ist der Staatsanwalt am Zug. Ein Appell von Bürgermeister Bloomberg, diese eigenartige Form der Blutstillung aufzugeben, wurde von dem orthodoxen Vertretern des Judentums in New York zurückgewiesen. Das Verfahren sei angeblich sicher. Mir fehlten nach dem Lesen des Artikels die Worte.

  2. Es gibt nur ein einziges Menschenrecht: das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn sich ALLE daran halten würden, gäbe es weder Syrien noch die Juden noch die Muslime und der ganze Blödsinn überall auf dieser idiotischen Welt hätte ein Ende..

    Aber leider werde ich nie eine intelligente Zivilisation erleben, sondern nur diesen jüdisch-christlich-muslimischen Blödsinn überall.. (mit einem IQ weit unter 200)

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