Fußballwettskandal, Umsatzsteuerkarussell, thüringische Betrugsvorwürfe: Mein persönlicher Ausblick auf 2013

Das Jahr 2012 ist mit dem Ablauf des heutigen Tages definitiv vorbei, der Blick muss dann wieder nach vorne gerichtet werden. Größere und große Verfahren werfen auch für 2013 ihre Schatten voraus (die Sonne steht wohl im Rücken…).

Im Februar beginnt für mich ein vorsorglich auf 23 Verhandlungstage anberaumtes Berufungsverfahren in einer recht spektakulären Betrugssache am thüringischen Landgericht Mülhausen. Der Angeklagte war immerhin mal “Unternehmer des Jahres” gewesen. Er hatte versucht, sein unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage geratenes Unternehmen zu retten, und dabei soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein, die ihm erstinstanzlich eine nicht bewährungsfähige Strafe eingebracht haben. Ein harsches Urteil, zumal der bislang nicht vorbestrafte Mann keinerlei persönlichen Vorteil gezogen, sondern sein ganzes Vermögen eingesetzt hat, um die Firma und die Arbeitsplätze zu retten. Auch im Falle eines Schuldspruchs hätten die meisten Gerichte wohl eine Bewährungsstrafe ausgesprochen, denke ich, so wie sich das Urteil liest. Ich hoffe, da sitzt noch was drin ….

Dann steht irgendwann in der ersten Jahreshälfte das Betrugsverfahren im Fußballwettskandal gegen den früheren Sankt-Pauli-Fußballer René Schnitzler, der von mir vertreten wird, und 5 weitere Fußballer aus niedrigeren Ligen an. Ich darf den Namen meines Mandanten in diesem Fall trotz meiner anwaltlichen Schweigepflicht nennen, weil wir mit der Sache im Hinblick auf Renés Spielsucht mehrfach an die Öffentlichkeit getreten sind. Darüber ist unter dem Titel “Zockerliga” auch ein durchaus lesenswertes Buch zum Thema Fußball und Spielleidenschaft veröffentlicht worden.

Ebenfalls in der ersten Jahreshälfte müsste wohl auch beim Landgericht Augsburg das Umfangsverfahren gegen zahlreiche Beschuldigte im Zusammenhang mit einem europaweit agierenden Umsatzsteuerkarussel beginnen, falls mein Mandant bis dahin nicht doch noch aus der Haft entlassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt wird. Der Mann bestreitet jede wissentliche Beteiligung und die Beweislage ist nach meiner Auffassung reichlich dünn, auch wenn die Haftrichter das bislang anders sehen. Ich habe wiederholt darüber im strafblog berichtet. Mehr als 30 Beschuldigte waren oder sind noch in Haft, der Steuerschaden soll bei rund 120 Millionen Euro liegen.

Irgendwie verschlägt´s mich im kommenden Jahr noch mehrfach nach Bayern, in Augsburg, München und Ulm stehen noch andere Verfahren an, in denen es unter anderem um Steuerhinterziehung, gewerbsmäßigen Betrug sowie um Umweltstraftaten geht. Ein breites Spektrum und wieder viele Reisen. Dabei wollte ich eigentlich einen Gang zurückschalten, aber da ist der Wunsch Vater des Gedanken und die Realität hat´s schon jetzt wieder anders gemeint.

Ich werde natürlich über alles Wissenswerte im strafblog berichten. Unseren Lesern wünsche ich ein glückliches, erfolgreiches neues Jahr und vor allem die nötige Ruhe und Zeit, das Leben mit den Liebsten zu genießen.

 


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