“Weißer März” im Hamburger Hafen: Zoll beschlagnahmt insgesamt 252 Kilo Kokain

Ich finde es immer wieder faszinierend, die gewaltige Lastkran- und Containerlandschaft des Hamburger Hafens zu sehen, wenn ich mich über die A7 kommend in Richtung des Hamburger Elbtunnels bewege. Das werden jeden Tag riesige Mengen von Gütern aus- und umgeladen, im Rekordjahr 2008 waren es laut Wikipedia insgesamt mehr als 140 Millionen Tonnen, davon rund 95 Millionen Tonnen Containerware, was 9,5 Millionen Standardcontainern entspricht. Bei dieser unüberschaubaren Zahl von Frachtern und Containern kann der Zoll nur einen Bruchteil aller Lieferungen kontrollieren, rein statistisch dürfte die Chance, Schmuggelgut unentdeckt über den Hamburger Hafen nach laut Deutschland bzw. Europa einzuführen, ziemlich gut sein. Um so bemerkenswerter ist es, dass der Zoll im März laut abendblatt.de 252  Kilo Kokain mit einem Straßenverkaufswert von angeblich etwa 65 Millionen Euro sichergestellt hat und in diesem Zusammenhang von einem “weißen März” spricht.

Der Zufall habe eine nicht unerhebliche Rolle bei den Aufklärungserfolgen gespielt, ist zu lesen. 57 Kilo seien auf einem aus Kolumbien kommenden Bananendampfer versteckt gewesen, der in Hamburg unplanmäßig entladen wurde und eigentlich nach Helsingborg in Schweden gehen sollte.  Das Rauschgift scheint nicht sonderlich gut versteckt gewesen zu sein, sondern lag in 3 Taschen verpackt auf den Bananenkisten. Nur eine Woche später wurden auf einem anderen Bananenfrachter weitere 20 Kilo in einer Tasche gefunden, di -e auf einer Palette mit Bananenkisten versteckt war. Der größte Fund – immerhin 175 Kilo – wurde nur deshalb entdeckt, weil der besagte Frachter, der nach Antwerpen weiterfahren sollte, reparaturbedingt länger als geplant  in Hamburg bleiben musste und nur deshalb vom Zoll kontrolliert wurde.

55 Strafverfahren gegen insgesamt 154 Beschuldigte seien eingeleitet worden, heißt es in dem Beitrag, was ich nur bedingt nachvollziehen kann. Jedenfalls soll es anderen Quellen zufolge etliche Festnahmen gegeben haben.


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