Von Anwälten, Serienmördern und anderen Psychopathen

Rainer Pohlen

Rainer Pohlen

Ob Anwälte grundsätzlich Psychopathen sind, kann man sicher mit guten Gründen bezweifeln. Dass es unter den Anwälten und anderen Berufsjuristen eine gewisse Anzahl von Psychopathen gibt, ist schon rein statistisch nicht unwahrscheinlich, und vermutlich kennen wir alle den einen oder anderen Vertreter der Zunft, dem wir dieses Prädikat durchaus verleihen würden. Ich habe schon des Öfteren in Strafverfahren den verstohlenen Gedanken gehabt, der psychiatrische Sachverständige sollte vielleicht statt des Angeklagten oder zusätzlich zu diesem noch andere Verfahrensbeteiligte begutachten. Möglicherweise haben andere ja Ähnliches in Bezug auf mich gedacht, wer weiß das schon.

Am vergangenen Freitag bin ich vom Flughafen Köln aus in einen viel zu kurzen Urlaub, den ich am Montag wegen einer wichtigen Hauptverhandlung noch für einen Tag unterbrechen musste, gestartet. Beim Warten auf das Boarding habe ich in einer Flughafenbuchhandlung gestöbert und bin dort auf ein Buch von Kevin Dutton mit dem Titel “Psychopathen” gestoßen, in dessen Untertitel es heißt: ” Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann”. Ich habe mir den Kaufpreis für das Buch von meinem knappen Urlaubsbudget abgezwackt und es bislang nicht bereut. Mit anderen Worten: Das Buch ist eine Quelle der Erkenntnis für jeden Strafverteidiger (und nicht nur für die) und vermittelt eine ganz neue Sichtweise auf psychopathische Verhaltensweisen, die – wie wir lernen – durchaus überlebenswichtig werden können.

“…ein überraschendes, fesselndes und scharfsinniges Buch. Kevin Dutton hat eine Fülle von Wissen über diese charmanten, kalten und furchtlosen Menschen zusammengeführt, die einerseits so anziehend sind und andererseits so abschreckend. Er tut das in einem extrem lesbaren Stil mit einer Fülle von spannenden Geschichten…” wird Philip Pullman im Innenteil des Umschlages zitiert. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, finde ich, und besser hätte ich es auch nicht beschreiben können. Für mich ist´s jedenfalls eine tolle Urlaubslektüre…


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