Fünf Jahre Haft dank Papst Franziskus

Papst Franziskus, Foto: Agência Brasil

Papst Franziskus, Foto: Agência Brasil

So etwas gibt´s auch nicht alle Tage. Weil ihn die Wahl von Papst Franziskus hierzu inspiriert hatte, meldete sich ein 44-jähriger Mann im April dieses Jahres bei der Polizei und bekannte sich zu 2 Banküberfällen, die er schon vor 15 Jahren auf die Sparkasse in Herne verübt hatte. “Ein guter Mensch sollte, bevor er stirbt, gereinigt sein”, soll der reuige Sünder laut spiegel-online gesagt haben, wobei offen bleibt, warum er in seinem noch recht jungen Alter schon ans Sterben gedacht hat. All die Jahre habe ihn besonders das Bild einer verängstigten Mutter belastet, die ihr kleines Kind vor ihm habe schützen wollen, wird der Mann zitiert.

Jetzt hat er Zeit, das Geschehene noch einmal so richtig intensiv zu verarbeiten, dann das Landgericht Bochum verurteilte ihn wegen der beiden Taten zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 2 Monaten. Ob der Mann sich in Untersuchungshaft befindet oder ob er seine Strafe als Selbststeller im offenen Vollzug antreten kann, ergibt sich aus dem Beitrag nicht.


5 Kommentare zu “Fünf Jahre Haft dank Papst Franziskus

    • Nach § 78 Abs. 3 Nr. 2 StGB verjährt Raub bzw. räuberische Erpressung in allen Varianten erst nach 20 Jahren, weil die potenzielle Höchststrafe für solche Taten bei 15 Jahren liegt. Dabei kommt es nicht darauf an, welche Strafe konkret zu erwarten ist, sondern auf die abstrakte gesetzliche Strafandrohung. Raub wird in § 249 StGB mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr geahndet. Eine Höchststrafe wird nicht zahlenmäßig angegeben, so dass sich diese nach § 38 Abs. 2 StGB bemisst, und das sind nun mal 15 Jahre. Die räuberische Erpressung wird nach § 255 StGB wie Raub bestraft, so dass es im konkreten Fall nicht darauf ankommt, wie die “Banküberfälle” konkret durchgeführt wurden und ob irgendwelche Qualifizierungsmerkmale, die zu erhöhten Mindeststrafe führen können, vorgelegen haben.

  1. Die Höhe der Beute wird leider nicht mitgeteilt – sie muss aber schon sehr hoch gewesen sein, wenn so ein hohes Strafmaß nach 15 Jahren noch gerechtfertigt sein soll bei jemandem, der sich reuig selbst gestellt hat. Der Strafrahmen bei dem sich aufdrängenden minder schweren Fall des schweren Raubes fängt bei einem Jahr an und hört bei 10 Jahren auf!

    • @ HD: Bei Raub kommt es nicht nur auf die Höhe der Beute, sondern ganz wesentlich auf Art und Auswirkungen der angewendeten Gewalt bzw. Gewaltdrohung an, wozu der Beitrag nichts näheres mitteilt. Wenn der reuige Sünder damals mit einer geladenen Pistole herumgefuchtelt haben sollte und anwesende Kunden in Todesangst versetzt und traumatisiert haben sollte, dann wären 5 Jahre und 2 Monate noch sehr milde (§ 250 II Nr. 1 StGB, Mindeststrafe 5 Jahre). Die aufrichtige Tatreue und die Selbstanzeige sind zwar erheblich strafmildernd zu berücksichtigen, führen aber nicht per se zur Anwendung des minderschweren Falles.

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