Terroralarm: Wie der “Islamische Staat” es fertigbrachte, meinen heutigen Terminkalender durcheinanderzubringen

Polizeipräsidium Mönchengladbach am 22.01.2015

Polizeipräsidium Mönchengladbach am 22.01.2015

Eigentlich wollte ich heute einen Mandanten als Zeugenbeistand zu seiner polizeilichen Vernehmung ins Polizeipräsidium Mönchengladbach begleiten.  Das klappte allerdings nicht, weil der Bereich des Präsidiums durch schwer bewaffnete Polizeikräfte, darunter auch Bundespolizei, abgesperrt war. Ich habe die Stichwörter “Terroralarm” und “Islamisten” aufgeschnappt. Dann habe ich einen Hubschrauber über den Dächern der Polizeipräsidiums entschwinden sehen wie auf dem Bild zu sehen ist. 

Inzwischen weiß ein wenig mehr darüber, woran der Vernehmungstermin gescheitert ist:

Wie rp-online berichtet, wurde heute der 26-jährige Mustafa C., dem die Bundesanwaltschaft die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer staatsgefährdenden terroristischen Gewalttat vorwirft, in seiner Mönchengladbacher Wohnung festgenommen. Zeitgleich kam es in Herford zur Festnahme des 27-jährigen Sebastian B. Beide sollen bei ihrer Festnahme keinen Widerstand geleistet haben.

Bei den beiden Männern soll es sich um sogenannte „Syrien-Rückkehrer“ handeln. Diese hätten Anfang 2013 dort eine Kampfausbildung für den militanten Jihad erhalten, um den Syrischen Staat zu stürzen und einen auf die Scharia gestützten Gottesstaat zu errichten.  Im November 2013 bzw. im  September 2014 seien sie nach Deutschland zurückgekehrt. Mustafa C. soll in Syrien für die Propaganda seiner Kampfgruppe zuständig gewesen sein. Beide hätten darüber hinaus logistische Aufgaben wie z.B. den Transport von Verpflegung an die Frontlinie übernommen, heißt es in dem Beitrag. Konkrete Anschlagsgefahren in Deutschland hätten derzeit nicht bestanden.

Das riesige Polizeiaufgebot zur Festnahme und zum Abtransport eines einzigen Mannes beweist, wie ernst die von islamistischen Terroristen ausgehende Gefahr von den Behörden genommen wird.

Die beiden festgenommenen Männer sollten heute dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof, der auch die Hafbefehle erlassen hatte, vorgeführt werden.

Ob Mustafa C. in dem Helikopter saß, den ich fotografiert habe, weiß ich nicht sicher, vermute das aber bei einem Vergleich mit den bei rp-online veröffentlichen Fotos ganz stark.

 

 


Ein Kommentar zu “Terroralarm: Wie der “Islamische Staat” es fertigbrachte, meinen heutigen Terminkalender durcheinanderzubringen

  1. Die Sicherheitsbehörden sind ja da nun sehr aktiv. Ein bisschen erstaunlich ist es schon, warum man vorher nicht gehandelt hat. Vermutlich gibt es da zwei Möglichkeiten: Entweder man hätte nichts handfestes und verfällt nun in Aktionismus oder man wollte bisher nicht zugreifen, um die Netzwerke weiter auszukundschaften, und sieht mittlerweile die Gefahr dafür als zu groß an.
    Die Hauptverhandlung wird da sicher Klarheit bringen.

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